Lebring 2018 - Bosniakenfriedhof



Lebring/Graz, 28.Nov.2018

Lebring 2018 - Bosniakenfriedhof Dieses Jahr zeichnet den hundertsten Jahrestag nach Beendigung des I Weltkrieges. Das hat dem diesjährigen Gedenken für die gefallenen Soldaten eine besondere Bedeutung verliehen. Die Feierlichkeit fand am 28. Oktober in Lebring am Bosniakenfriedhof statt. Der Soldatenfriedhof in Lebring beinhaltet 1233 Gräber mit Überresten von Soldaten aus 19 Infanterieregimenten der k.u.k Armee, davon 805 Bosniaken.

 

 

Ein positiver Aspekt der Bosniaken in der k.u.k Zeit war die Multikonfessionalität. Auch wenn jetzt die Bosniaken fast ausschließlich als Muslime bezeichnet werden, hatten in der k.u.k Zeit die meisten bosnischen Soldaten einen orthodoxen Glauben. Im Jahr 1911 hatte die k.u.k Armee in Bosnien 24.000 orthodoxe, 19.000 muslimische und 10.000 katholische Bosniaken.

Lebring 2018 - Bosniakenfriedhof Die diesjährige Manifestation hatte auch einen multikonfessionellen Charakter mit der Anwesenheit der Vertreter von vier Glaubensgemeinschaften: islamisch, orthodox, katholisch und evangelisch.

Der Bosniakenfriedhof in Lebring ist einen untrennbaren Teil der gemeinsamen Geschichte Österreichs und Bosniens und auch einen Beweis für neue Altösterreicher, dass das bosnische Blut schon seit mehr als ein Jahrhundert mit österreichischem Boden verbunden ist.

Zu diesem Anlass, haben wir die Liste aller begrabenen Soldaten in Lebring auf unsere Website gestellt: Lebring - gefallene Soldaten

Viele Organisationen aus Österreich und Bosnien, sowie Bosniaken, die in Österreich leben, haben an dieser Feier teilgenommen:

  • Österreichisches schwarze Kreuz
  • Gemeinde Lang
  • LV Steiermark des Österreichischen Kameradschaftsbundes
  • Botschafter der Republik Bosnien und Herzegowina in Österreich
  • Gesellschaft bosnischer Akademiker in Österreich
  • Gesellschaft für Freundschaftsbeziehungen Bosnien und Österreich aus Sarajevo

Nach der Feier in Lebring hat das bosnische Zentrum in Graz einen Diskussionsabend mit folgendem Thema organisiert: „Bosnier als nationale Minderheit in Österreich“. Der Hauptredner war der Präsident der Gesellschaft bosnischer Akademiker in Österreich, Siradj Duhan.