Pavo Jusuf Urban



Pavo Jusuf Urban wurde am 5. Juli in Sarajewo geboren. Sein Vater Cedomir Urban war ein Officier der österreichisch – ungarischen Armee innerhalb des bosnienherzegowinischen Infanterieregiments Nr. 1. Nach dem Sturz der Monarhie musste Pavo mit seinen Eltern zurück nach Österreich. Nach dem Zweiten Weltkrieg übernahm er die Stelle des Vizepräsidenten der Wirtschaftskamer Österreich und war zugleich Präsident der Österreichisch-Jugoslawischen Gesellschaft. Allerdings behielt er seine Dokumente mit der bosniakischen Nationalität.
Die Idee zur Gründung des Unternehmens „Melbrosin International“ bekam er aus Bosnien. Das Unternehmen befasste sich mit der Herstellung und dem Export von Bienenprodukten: Propolis, Pollen und Gelée Royale, welches ihm ein beträchtliches Vermögen einbrachte, mit dem er seine gesellschaftlichen Tätigkeiten finanzierte. Eine dieser Tätigkeiten und zugleich  eine der wichtigsten, ist die Pflege der Meletta-Tradition.
1917 wurde zum ersten Mal der Meletta-Schlacht gedacht, ein Jahr nach dem der Berg Monte Meletta erobert wurde, dessen Eroberung der Verdienst des bosniakischen Infanterieregiments Nr. 2 war. Diese Festlichkeiten werden bis heute abgehalten. Eine Unterbrechung erfolgte zur Zeit des nationalistischen  Regimes. Dies war auch einer der Gründe für die Gründung der „Österreichischen Gesellschaft für bosnienherzegowinische Beziehungen“ in Graz, deren Hauptaufgabe die Pflege der Meletta-Tradition  ist. Die Gesellschaft wurde in die Österreichisch – Bosnienherzegowinische Gesellschaft umbenannt.
Nach der Unabhängigkeitserklärung Bosniens wurde Pavo Urban vom damaligen Präsidenten Alija Izetbegovic zum Ehrenbotschafter Bosnien-Herzegowinas in Österreich ernannt.
In Kriegszeiten war er einer der Mitbegründer der Bosnischen Akademischen Gesellschaft in Österreich. Ihm verdanken wir auch unsere Verbindung zu Simon Wiesenthal.
Er ist Träger des goldenen Ehrenordens der Republik Österreich, sowie des höchsten Ordens des österreichischen Bundeslandes Steiermark und des Schwarzen Kreuzes.
Er wurde in Wien begraben, und seine Gedenkstatue befindet sich am bosniakischen Militärfriedhof in Lebring, einem Ort südlich von Graz.